Jugendverbandsarbeit in Zeiten von Corona

Maßnahmen ab dem 2. November bzw. 7. November 2020

Vom 2. bis zum 30. November 2020 gelten weitere Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die wichtigsten grundsätzlichen Regelungen findet ihr hier zusammengefasst, hier geht es zur ausführlichen Verordnung.

Am 7.11.2020 wird eine geänderte Verordnung des Sozialministeriums für die Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit in Baden-Württemberg in Kraft treten, den Entwurf findet ihr hier.
Die wichtigsten Regelungen für die verbandliche Jugendarbeit sind:

1. Bis einschließlich 30. November 2020 sind Angebote der Jugenderholung nicht gestattet.

2. Angebote der außerschulischen Jugendbildung einschließlich deren Einrichtungen sind zulässig. Dabei gilt nach der allgemeinen Corona-Verordnung des Landes:

  • Einhaltung der Hygieneanforderungen nach § 4
  • Erstellung eines Hygienekonzepts nach § 5
  • Datenerhebung nach § 6
  • Zutritts- und Teilnahmeverbot nach § 7
  • Einhaltung der Arbeitsschutzanforderungen nach § 8

Nach der Verordnung des Sozialministeriums für die Kinder- und Jugendarbeit müssen bei Veranstaltungen (max. 100 Teilnehmende) verpflichtend Untergruppen mit bis zu 30 Personen gebildet werden. Zwischen den Gruppen gilt eine Empfehlung zum Abstandhalten. Weiter steht in dieser Verordnung zur Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit:

  • Ab dem 11. Lebensjahr gilt zwischen 6 und 22 Uhr eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf Fluren, in Toiletten und Treppenhäusern, sowie auf Flächen, auf denen die Abstandsempfehlung von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.
  • Bei Angeboten mit Übernachtung soll die Zusammensetzung der Belegung eines Übernachtungsraums über den Zeitraum des Angebots nicht verändert werden.

Je nach Kommune können erweiterte Beschränkungen z.B. für Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum bestehen. Bitte informiert euch entsprechend!

"Außerschulische Jugendbildung?"

Es ist in der Jugendverbandsarbeit nicht einfach, Aktivitäten und Angebote eindeutig der außerschulischen Jugendbildung oder aber der Jugenderholung zuzuordnen. Eine weitere Ausdifferenzierung wird von der Verordnung nicht vorgenommen. Das bedeutet für die verbandliche Kinder- und Jugendarbeit, ihre Angebote in eigener Verantwortung zu verorten und diese Einordnung begründen zu können. Eine wichtige Hilfestellung kann dabei das Jugendbildungsgesetz für Baden-Württemberg bieten. Außerschulische Jugendbildung ist dort in § 1, Absatz 2 definiert: „Die außerschulische Jugendbildung wird von den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen bestimmt. Sie beruht vor allem auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Sie trägt mit jugendgemäßen Mitteln dazu bei, den jungen Menschen zur Selbstverwirklichung, zur Verantwortlichkeit und zur aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft sowie zur Wahrnehmung der staatsbürgerlichen Pflichten im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu befähigen. Ein besonderes Ziel ist die Entwicklung von Toleranz gegenüber Menschen anderer Lebensweise, Herkunft und Weltanschauung sowie gegenüber Menschen mit Behinderungen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sowie von Frauen und Männern.“

Wir möchten euch ermutigen, im Rahmen des verantwortlich Möglichen diejenigen Angebote für Kinder und Jugendliche anzubieten, die für euch umsetzbar sind, und die ihr der Jugendbildung zuordnen könnt – wobei hier Bildung sicher in einem weiten Sinne zu verstehen ist.

Bei Fragen und Unsicherheiten zu den geltenden Regelungen versuchen wir euch gerne nach bestem Wissen zu beraten.

Wesentliche Änderungen zum 19. Oktober 2020

Wegen der aktuell wieder stark steigenden Infektionszahlen gilt ab dem 19. Oktober in Baden-Württemberg die 3. Pandemiestufe. Folgende Änderungen gelten ab Montag, 19. Oktober 2020:

  • Die Maskenpflicht gilt in ganz Baden-Württemberg in den dem Fußgängerverkehr gewidmeten Bereichen wie Fußgängerzonen und Marktplätzen und überall wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Auch in den für den Publikumsverkehr zugänglichen Bereichen von öffentlichen Einrichtungen gilt jetzt eine Maskenpflicht.
  • Ansammlungen werden auf 10 Personen oder zwei Hausstände begrenzt.
  • Das private Zusammentreffen von Personen wird auf maximal zehn Personen oder zwei Hausstände begrenzt. Die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wird auf 100 begrenzt.

Für die Kinder- und Jugendarbeit gilt in der Pandemiestufe 3:

  • Einführung einer allgemeinen Pflicht zur Benutzung einer Mund-Nasen-Bedeckung während der Teilnahme an Angeboten
  • Einführung einer allgemeinen Verpflichtung zur Bildung von festen Gruppen bei Angeboten
  • Allgemeine Reduzierung der maximalen Beteiligtenzahl
  • Verbot von Angeboten ohne Dokumentation
  • Verbot von 1-tägigen Angeboten, bei denen Betreuer nicht ausgetauscht werden und mehrere Gruppen betreuen
  • 14-tägige Karenzpflicht von Teilnehmenden und Betreuenden zwischen Angeboten

Allgemeine Corona-Verordnung zum 1. Juli 2020

Die Allgemeine Corona-Verordnung für Baden-Württemberg ist seit dem 1. Juli in Kraft. Hierbei wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen. Die Corona-Verordnung kann auf den Seiten des Staatsministeriums nachgelesen werden. Nachstehend einige wenige Punkte, die insbesondere in Bezug auf die Kinder- und Jugendarbeit wichtig sind:

  • Nach § 9 Abs. 1 der Allgemeinen Verordnung sind Ansammlungen bis zu 20 Personen erlaubt. Dabei gibt es keinen Unterschied mehr zwischen öffentlichen Raum und außerhalb des öffentlichen Raums. Nach § 2 Abs. 2 der Allgemeinen Verordnung sind hierbei keine Abstandsregeln zu beachten. Ein Abstand von 1,5 Meter wird jedoch empfohlen.

  • In § 10 der Allgemeinen Verordnung werden Regeln für Veranstaltungen aufgestellt. Zulässig sind vom 1. Juli bis einschließlich 31. Juli 100 Teilnehmende, vom 01. August bis einschl. 31. Oktober 500 Teilnehmende. Werden den Teilnehmenden feste Sitzplätze zugewiesen und folgt die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm, so sind bis einschließlich 31. Juli bis zu 250 Teilnehmende möglich.


Corona-Verordnung zum 1. Juli 2020 für die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit

Am 26. Juni wurde eine neue Corona-Verordnung für die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit erlassen. Diese trat zum 1. Juli in Kraft. Die nachfolgenden Ausführungen geben den Sachstand zum 26. Juni 2020 wieder. Es gelten natürlich die Regelungen der allgemeinen Corona-Verordnung. Wichtige Regelungen der Verordnung für die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit sind:

  • Wenn die Daten der Teilnehmenden erfasst sind/werden, gelten für gemeinsame Ausflüge die Einschränkungen nach § 10 Abs. 1:
      - bis zum 31. Juli: bis zu 100 Personen ohne Zählung von Mitarbeitende;
      - ab 1. August: bis zu 500 Personen wobei auch die Mitarbeitenden mitgezählt werden müssen.

  • Sind/werden die Daten der Teilnehmenden nicht erfasst, so gelten die Regelungen nach § 9: Ansammlungen – bis zu 20 Personen, wobei auch Mitarbeitende mitgezählt werden.

  • ab 1. August: Gibt es Angebote mit mehr als 100 Teilnehmende, so sind Kleingruppen mit bis zu 30 Personen zu bilden. Innerhalb der Gruppe gilt die Abstandsempfehlung nicht. Zwischen den Gruppen gilt die Abstandsempfehlung von 1,5 Meter.

  • Finden Angebote mit Übernachtungen statt, sollen die Personen im Übernachtungsraum möglichst gleich bleiben (feste Personengruppe).

  • Eine Selbstversorgung während des Angebots ist unter Beachtung der allgemeinen Hygienevorschriften (welche auch in den letzten Jahren zu beachten waren) möglich – Details findet ihr in den Empfehlungen.

  • Bei mehrtägigen Veranstaltungen (Sommerfreizeiten) mit Übernachtungen ist das Hygienekonzept um ein Präventions- und Ausbruchsmanagement zu ergänzen. (Details können der Empfehlung für die KJA, Download s. oben, entnommen werden.)

  • Es wird empfohlen über das Stattfinden von Zeltlagern und Freizeiten per Formblatt die vor Ort zuständigen Gesundheitsämter bzw. Ordnungsämter (Ortspolizeibehörden) zu informieren.

  • Für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ist die arbeitsschutzrechtliche Verantwortung nach § 8 zu tragen

Viele Detailfragen findet ihr in den Corona-FAQs des Landesjugendrings sehr gut aufgearbeitet.

Die Regelungen gelten bis einschließlich 31. August 2020. Für Planungen bis 31. Oktober 2020 wird in den Empfehlungen von einer Gesamtgruppengröße von max. 500 Personen ausgegangen.

Damit Vereine handlungsfähig bleiben, hat der Bundestag einige vorübergehende Erleichterungen im Vereinsrecht beschlossen. Unter anderem können Mitgliederversammlungen derzeit in digitaler Form abgehalten und Beschlüsse im Umlaufverfahren getroffen werden, auch wenn dies die Vereinssatzung nicht explizit vorsieht. Die Meldung zum Beschluss findet ihr hier und den Entwurf des Beschlusses hier (relevant ist dort Artikel 2, Paragraf 5).

Der Landesjugendring hat sich bei der Landesregierung und den zuständigen Ministerien stark für die Unterstützung der Jugendverbände in der aktuellen Krise eingesetzt. Nun können für geplante Verantsaltungen, die im Landesjugendplan förderfähig wären, Ausfall- und Stornokosten erstattet werden. Außerdem ist zeitweise die Bezuschussung von Online-Bildungsangeboten möglich. Weitere Infos sowie die notwendigen Formulare findet ihr hier.

Da Gremien, Sitzungen und andere Veranstaltungen mit vielen Teilnehmer*innen an einem Ort aktuell noch schwierig sind, werden derzeit viele Gespäche per Videokonferenz geführt. Hierfür gibt es viele verschiedene Plattformen.
Sehr bekannt wird im Moment Zoom, hier sind kostenlose Videokonferenzen mit einer Länge bis 40 Minuten möglich, man muss kein Programm herunterladen und Zoom scheint in fast allen Browsern recht gut zu funktionieren. Allerdings steht Zoom wegen Lücken im Datenschutz in der Kritik. Hierzu findet ihr hier und hier Einschätzungen, letztlich müsst ihr für euch entscheiden ob es für euch die passende Plattform ist. Hier gehts zu Zoom.
Eine weitere Plattform für Videokonferenzen ist Jitsi. Die Software ist kostenlos und Open Source, man kann sie auf dem eigenen Server installieren oder bei Jitsi selbst unkompliziert einen Konferenzraum eröffnen. Jitsi läuft in Chrome und teilweise in Firefox. Neben Jitsi selbst bieten inzwischen viele deutsche Hochschulen die Möglichkeit an, auf ihren Servern ein Jitsi-Meeting zu eröffnen. Eine Übersicht dazu findet ihr hier, und hier geht es zu Jitsi selbst.

 
Wir über uns

Der Kreisjugendring ist ein Zusammenschluss von derzeit 27 sehr unterschiedlichen Jugendverbänden im Rhein-Neckar-Kreis.

Er vertritt die in Verbänden organisierte Jugendarbeit und setzt sich für die Schaffung und den Erhalt optimaler Rahmenbedingungen ein. Außerdem vertritt der Kreisjugendring Rhein-Neckar die Jugendverbände in der Öffentlichkeit und trägt zur Sensibilisierung für Themen der verbandlichen Jugendarbeit bei.

 

Nächste Termine

NOEVENTS

Aktuelles

Informationen zur neuen DS-GVO und zum Reiserecht

Informationen zur neuen Datenschutz-Grundverordnung:

Zum 25. Mai 2018 tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Eine Orientierungshilfe „Datenschutz im Verein nach der DS-GVO“ findet ihr hier auf der Seite des Landesbeauftragten für Datenschutz Baden-Württemberg.
Beim Landesjugendring Baden-Württemberg gibt es hier weitere Informationen rund um die Neuerungen im Datenschutz.

Informationen zum Reiserecht

Für Reisen, die ab dem 1. Juli 2018 gebucht werden, gelten einige Änderungen im Reiserecht. Einen guten Überblick über das Thema Reiserecht bei Jugendfreizeiten und einen Download zu den aktuellen Änderungen findet ihr hier unter Evangelische Kinder- und Jugendfreizeiten.

 
Woran erkenne ich gute Jugendverbandsarbeit?

Neue Handreichung 'Woran erkenne ich gute Jugendverbandsarbeit?' für Eltern

Die Handreichung ist insb. für Eltern gedacht, deren Kinder zum ersten Mal an den Angeboten eines Jugendverbandes teilnehmen oder bei einem neuen Verband mitmachen möchten. Sie gibt dazu ein paar wichtige Merkmale an die Hand, um die Arbeit des Jugendverbands gut einzuordnen.

Woran erkenne ich gute Jugendverbandsarbeit.pdf