Jugendverbandsarbeit in Zeiten von Corona

Corona-Verordnung des Landes ab dem 16. Dezember 2020

Nach § 1b Absatz 2 der CoronaVO der Landesregierung in der ab dem 22.02.2021 gültigen Fassung sind die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in der Zeit des Lockdowns bis voraussichtlich 07.03.2021 grundsätzlich untersagt.

In § 1b Absatz 2 Nummer 6 CoronaVO sind für die Kinder- und Jugendhilfe folgende Ausnahmen geregelt: „Veranstaltungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, die im Rahmen von Leistungen oder Maßnahmen nach §§ 13, 14, 27 bis 35, 35a, 41 sowie §§ 42 bis 42e SGB VIII – mit Ausnahme von § 42a Absatz 3a SGB VIII – durchgeführt werden.“ Die seit 25.01. verschärfte Maskenpflicht gilt nicht für die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe – was nicht heißt, dass dort nicht auch FFP2-Masken sinnvoll sein können. Sie sind aber nicht verpflichtend.

Weiterhin da sein für Kinder und Jugendliche

Diese Entscheidung ist angesichts der schnellen Dynamik der Pandemie gut nachvollziehbar. Zugleich sind die Hinweise des Bundesjugendkuratoriums (www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahme) wichtig: Viele Kinder und Jugendliche finden in den kommenden Wochen zu Hause weder genügend Raum noch altersgerechte und sichere Atmosphäre. Für sie müssen wir – wie auch immer (digital) möglich – Ansprechpartner*innen in der Kinder- und Jugendarbeit neben der weiterhin erlaubten Jugendsozialarbeit sein.

Weitere aktuelle Infos zu den Regelungen für die Jugendarbeit während Corona findet ihr hier beim Landesjugendring.

Am 02.12.2020 ist die geänderte Verordnung des Sozialministeriums für die Kinder- und Jugendarbeit in Baden-Württemberg in Kraft getreten. Die Verordnung findet ihr hier.

Die wichtigsten Regelungen für die verbandliche Jugendarbeit sind:

1. Bis einschließlich 27. Dezember 2020 sind Angebote der Jugenderholung, der Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit und der internationalen Jugendarbeit nicht gestattet (gem. § 11 Absatz 3 Nummern 2, 4 und 5 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) in Verbindung mit § 14 Kinder- und Jugendhilfegesetz für Baden-Württemberg (LKJHG)).

2. Angebote der außerschulischen Jugendbildung einschließlich deren Einrichtungen sind zulässig (gem. § 11 Absatz 3 Nummern 1, 3 und 6 SGB VIII in Verbindung mit § 14 Absatz 1 und 4 LKJHG).

Dabei gilt nach der allgemeinen Corona-Verordnung des Landes:

  • Einhaltung der Hygieneanforderungen nach § 4
  • Erstellung eines Hygienekonzepts nach § 5
  • Datenerhebung nach § 6 (wenn die Teilnehmenden nicht zu Beginn und während der Dauer des Angebots feststehen, s. § 2 Abs. 2 CoronaVO KJA/JSA).
  • Zutritts- und Teilnahmeverbot nach § 7
  • Einhaltung der Arbeitsschutzanforderungen nach § 8

Nach der Verordnung des Sozialministeriums für die Kinder- und Jugendarbeit gilt:

  • Aufgrund der aktuell notwendigen schärferen Kontaktreduzierungen wird in § 1 Nummer 3 derzeit der Verweis auf § 10 CoronaVO eingeschränkt: aktuell sind Angebote der außerschulischen Jugendbildung in Präsenz mit einer zulässigen maximalen Personenzahl von 30 (inkl. Ehrenamtliche und Mitarbeiter*innen!) gestattet. Die Teilnehmer*innen-Begrenzung gilt natürlich nicht, wenn ihr die Veranstaltung online („präsenzlos“) stattfinden lasst.
  • Verpflichtend müssen alle Personen ab sechs Jahren eine Mund-Nasen-Bedeckung auf Fluren, in Toiletten, Eingangsbereichen und Treppenhäusern tragen sowie auf Flächen, auf denen die Abstandsempfehlung von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.
  • Bei Angeboten mit Übernachtung soll die Zusammensetzung der Belegung eines Übernachtungsraums über den Zeitraum des Angebots nicht verändert werden.

Je nach Kommune können erweiterte Beschränkungen z.B. für Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum bestehen. Bitte informiert euch entsprechend!

 

"Außerschulische Jugendbildung?"

Es ist in der Jugendverbandsarbeit nicht einfach, Aktivitäten und Angebote eindeutig der außerschulischen Jugendbildung oder aber der Jugenderholung zuzuordnen. Eine weitere Ausdifferenzierung wird von der Verordnung nicht vorgenommen. Das bedeutet für die verbandliche Kinder- und Jugendarbeit, ihre Angebote in eigener Verantwortung zu verorten und diese Einordnung begründen zu können. Eine wichtige Hilfestellung kann dabei das Jugendbildungsgesetz für Baden-Württemberg bieten. Außerschulische Jugendbildung ist dort in § 1, Absatz 2 definiert: „Die außerschulische Jugendbildung wird von den Interessen und Bedürfnissen junger Menschen bestimmt. Sie beruht vor allem auf ehrenamtlicher Tätigkeit. Sie trägt mit jugendgemäßen Mitteln dazu bei, den jungen Menschen zur Selbstverwirklichung, zur Verantwortlichkeit und zur aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft sowie zur Wahrnehmung der staatsbürgerlichen Pflichten im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu befähigen. Ein besonderes Ziel ist die Entwicklung von Toleranz gegenüber Menschen anderer Lebensweise, Herkunft und Weltanschauung sowie gegenüber Menschen mit Behinderungen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen sowie von Frauen und Männern.“

Wir möchten euch ermutigen, im Rahmen des verantwortlich Möglichen diejenigen Angebote für Kinder und Jugendliche anzubieten, die für euch umsetzbar sind, und die ihr der Jugendbildung zuordnen könnt – wobei hier Bildung sicher in einem weiten Sinne zu verstehen ist.

Bei Fragen und Unsicherheiten zu den geltenden Regelungen versuchen wir euch gerne nach bestem Wissen zu beraten.

 

Damit Vereine handlungsfähig bleiben, hat der Bundestag einige vorübergehende Erleichterungen im Vereinsrecht beschlossen. Unter anderem können Mitgliederversammlungen derzeit in digitaler Form abgehalten und Beschlüsse im Umlaufverfahren getroffen werden, auch wenn dies die Vereinssatzung nicht explizit vorsieht. Die Meldung zum Beschluss findet ihr hier und den Entwurf des Beschlusses hier (relevant ist dort Artikel 2, Paragraf 5).

Der Landesjugendring hat sich bei der Landesregierung und den zuständigen Ministerien stark für die Unterstützung der Jugendverbände in der aktuellen Krise eingesetzt. Nun können für geplante Verantsaltungen, die im Landesjugendplan förderfähig wären, Ausfall- und Stornokosten erstattet werden. Außerdem ist zeitweise die Bezuschussung von Online-Bildungsangeboten möglich. Weitere Infos sowie die notwendigen Formulare findet ihr hier.

Da Gremien, Sitzungen und andere Veranstaltungen mit vielen Teilnehmer*innen an einem Ort aktuell noch schwierig sind, werden derzeit viele Gespäche per Videokonferenz geführt. Hierfür gibt es viele verschiedene Plattformen.
Sehr bekannt wird im Moment Zoom, hier sind kostenlose Videokonferenzen mit einer Länge bis 40 Minuten möglich, man muss kein Programm herunterladen und Zoom scheint in fast allen Browsern recht gut zu funktionieren. Allerdings steht Zoom wegen Lücken im Datenschutz in der Kritik. Hierzu findet ihr hier und hier Einschätzungen, letztlich müsst ihr für euch entscheiden ob es für euch die passende Plattform ist. Hier gehts zu Zoom.
Eine weitere Plattform für Videokonferenzen ist Jitsi. Die Software ist kostenlos und Open Source, man kann sie auf dem eigenen Server installieren oder bei Jitsi selbst unkompliziert einen Konferenzraum eröffnen. Jitsi läuft in Chrome und teilweise in Firefox. Neben Jitsi selbst bieten inzwischen viele deutsche Hochschulen die Möglichkeit an, auf ihren Servern ein Jitsi-Meeting zu eröffnen. Eine Übersicht dazu findet ihr hier, und hier geht es zu Jitsi selbst.

 

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Corona-Verordnung des Landes ab dem 16. Dezember 2020

Nach § 1b Absatz 2 der CoronaVO der Landesregierung in der ab dem 22.02.2021 gültigen Fassung sind die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit in der Zeit des Lockdowns bis voraussichtlich 07.03.2021 grundsätzlich untersagt.

In § 1b Absatz 2 Nummer 6 CoronaVO sind für die Kinder- und Jugendhilfe folgende Ausnahmen geregelt: „Veranstaltungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, die im Rahmen von Leistungen oder Maßnahmen nach §§ 13, 14, 27 bis 35, 35a, 41 sowie §§ 42 bis 42e SGB VIII – mit Ausnahme von § 42a Absatz 3a SGB VIII – durchgeführt werden.“ Die seit 25.01. verschärfte Maskenpflicht gilt nicht für die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe – was nicht heißt, dass dort nicht auch FFP2-Masken sinnvoll sein können. Sie sind aber nicht verpflichtend.

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Woran erkenne ich gute Jugendverbandsarbeit?

Neue Handreichung 'Woran erkenne ich gute Jugendverbandsarbeit?' für Eltern

Die Handreichung ist insb. für Eltern gedacht, deren Kinder zum ersten Mal an den Angeboten eines Jugendverbandes teilnehmen oder bei einem neuen Verband mitmachen möchten. Sie gibt dazu ein paar wichtige Merkmale an die Hand, um die Arbeit des Jugendverbands gut einzuordnen.

Woran erkenne ich gute Jugendverbandsarbeit.pdf